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AndreasF

(Junior Member)

Hallo Zusammen !

Wir haben bei uns folgendes Problem:

Ende März 2004 haben wir den Entschluss gefasst, uns einen Kachelofen bauen zu lassen. Wir sind zu dem Kachelofenbaumeister gegangen, der in unserer Familie schon einen anderen Ofen gebaut hat.
Wir haben ihm unsere Wünsche an den Ofen, was Aussehen und Benutzung angeht, geäußert. Die Zeichnung mit dem Angebot lies auch nicht lange auf sich warten.
Darin stand, das wir einen Speicherofen mit keramischen Zügen bekommen. Bis dahin dachten wir, das das Wort Speicherofen aussagt, Wärme über einen längeren Zeitraum zu speichern. Für uns war alles in Ordnung, wir haben bestellt.
Im Oktober 2004 haben wir einen Speicherofen mit keramischen Zügen auch berechnet bekommen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, das der Ofen nur ein Nachheizregister hat und keine keramischen Züge.
Der Ofen selber ist ein Brunner HKD 6 und sollte laut Anforderung von uns an den Ofenbauer mindestens 2 Räume mit insgesamt 60 qm heizen können.
Dies wurde auch zugesichert, aber leider nie erreicht. Z.Zt. haben wir die Räume durch einen Vorhang getrennt, um wenigstens einen Raum warm zu bekommen. Der andere Raum wird konventionell geheizt.

Welche Möglichkeiten des Umbaus gibt es, um beide Räume zu beheizen?

Was heißt bzw. was ist denn ein Speicherofen?

Die letzte Überprüfung des Ofens hat zudem ergeben, dass die Rohre schon ein paar mal "geglüht" haben sollen.
Wie gefährlich ist dies denn für uns?

Ich bin auf Reaktionen gespannt.

Gruß

AndreasF
19.11.08, 10:17:17

Theo Kern

(Administrator)

Hallo Andreas

Das was Sie da haben ist von einem Speicherofen so weit entfernt wie der Mond von der Sonne.
Es handelt sich um einen reinen Warmluftofen.

Der HKD 6 ist ein Kachelofeneinsatz mit einer Nennleistung von 8kW.
Er kann in Kombination mit einer metallischen Nachheizfläche, so wie bei Ihnen, verbaut werden oder aber mit einem gemauerten Zug von ca. 5m Länge.

Der gemauerte Zug muss, in Abhängigkeit vom Schornstein berechnet und entsprechend dimensioniert werden.

Mit gemauertem Zug liese sich also eine Art Speicherofen, allerdings mit sehr niedriger Leistung oder häufigen Nachlegeintervallen aufbauen. Im Betrieb mit einem gemauerten Zug hat der HKD 6 eine Feuerungsleistung von 19kW. Bezogen auf ein Nachlegeintervall von 6h käme dann z.B. ein Ofen mit einer durchschnittlichen Leistung von 3kW heraus. Das würde bedeuten 4 Abbrände pro Tag mit jeweils knapp 6kg Holz.
Die Abgabe dieser Leistung wäre allerdings sehr unregelmäßig weil auch dann, während des Abbrandes, eine deutlich höhere Leistung in Form von Warmluft anfallen würde.
Diese Art Ofen könnte man dann, wenn auch mit ein wenig Bauchweh, als Speicherofen bezeichnen.

Mit Nachheizkasten verbaut, so wie da bei Ihnen der Fall ist, kann der Ofen mit einer Leistung von 8kW betrieben werden. Brunner gibt dazu eine Holzauflage von 2,2kg an.
Das bedeutet dass der Ofen, soll er diese Leistung bringen, praktisch ununterbrochen befeuert werden muss.
Wird der Ofen so betrieben und ist der Nachheizkasten dazu noch ausgemauert tritt das Problem auf dass der dann immer heiße Nachheizkasten die Rauchgase nur unzureichend abkühlt. Die Temperatur der Rauchgase steigt, damit sinkt der Wirkungsgrad weit unter den zulässigen Wert. Das ist bei Ihnen wohl so der Fall weil Sie auf glühende Rohre verweisen.

Einen solchen Ofen als Speicherofen zu bezeichnen ist nicht zulässig, eine nennenswerte Speicherung findet nicht statt.
Diese Art Ofen hätten Sie auch, von der Qualität des Heizeinsatzes mal abgesehen, auch von den Firmen bekommen die in den Autobahntoiletten werben und sich für die Größten halten.

Ein richtiger Speicherofen ist aber nur der Grundofen. Die Beheizungsintervalle sind dann wesentlich länger, die Wärmeabgabe ist gleichmäßiger, die Konvektion (von der geringen Oberflächenkonvektion mal abgesehen) entfällt weil die Wärme in Form von Wärmestrahlung abgegeben wird.

Grundsätzlich sollte die Leistung des HKD als Warmluftofen, bei ununterbrochenem Betrieb, allerdings trotzdem ausreichen die 60m² zu beheizen. Genau kann man das aber, wenn man die Räumlichkeiten und Bausubstanz nicht kennt, nicht sagen.

Wer aber kann, ohne angestellten Heizer, seinen Ofen schon ununterbrochen heizen?

Das ist auch der Grund warum ich sage dass Warmluftöfen und Heizkamine, ebenso wie Kaminöfen, zum effektiven und komfortablen Heizen nicht geeignet sind. Das können nur Öfen mit hoher Speichermasse und langen Nachlegeintervallen.
Das aber sind Grundöfen und, mit Einschränkungen, gut gebaute und berechnete Kombiöfen.

Der Hauptnachteil der Kombiöfen ist, von der hohen Warmluftleistung mal abgesehen, die nur sehr geringe Leistung bei langen Nachlegeintervallen. Das kommt daher dass in den geeigneten Feuerräumen max. ca. 8kg Holz auf einmal verbrannt werden kann.
Wenn wir nun vom Standardwirkungsgrad von 78% ausgehen werden dadurch rund 25kWh erzeugt. Bei einem Nachlegeintervall von 12h ist also nur eine Ofenleistung von gut 2kW möglich.

Es ist also nicht möglich einen Kombiofen zu bauen der, mit einem Heizintervall von 12h, z.B. 3 oder mehr kW leistet. Eine höhere Leistung als die 2kW sind also immer nur durch kürzere Nachlegeintervalle zu erreichen.

Im Vergleich dazu hat schon ein kleiner Grundofen bei dem gleichen Nachlegeintervall schon 3kW. Auch preislich ist der Grundofen meist die günstigere Wahl.

Wir bauen Grundöfen mit einer Leistung bis 10kW bei einem Nachlegeintervall von 12h. Bei kürzerem Nachlegeintervall sind auch noch höhere Leistungen möglich.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
19.11.08, 17:30:24

AndreasF

(Junior Member)

Hallo Herr Kern,

vielen Dank für die Info.

Zur besseren Darstellung füge ich hier noch 2 Bilder an. Der Ofen ist ja rundum geputzt und geschlossen. Wo soll denn hier die Warmluft austreten, um den Raum zu wärmen/heizen?

Besteht denn bei den glühenden Rohren Gefahr für Leib und Leben?

Danke im voraus.

AndreasF
Dateianhang:

 Ofen 1.jpg (26.76 KByte | 10365 mal heruntergeladen | 270.84 MByte Traffic)

Dateianhang:

 Ofen 4.jpg (20.6 KByte | 3375 mal heruntergeladen | 67.9 MByte Traffic)

20.11.08, 09:14:02

Theo Kern

(Administrator)

Hallo Andreas

Das wird ja immer putziger.
Sie haben einen Warmluftofen ohne Warmluftaustritt mit einem Blechnachheizkasten.
Der Ofen kann nicht heizen. Die glühenden Rohre sind logisch weil die Wärme ja nirgends richtig hin kann. Die Abgastemperaturen liegen garantiert irgendwo bei 400°C, der Wirkungsgrad bei vielleicht noch guten 50%.

Schlicht und einfach unzulässig.

Einen solchen Fall hatten wir hier schonmal vor einiger Zeit. Der Ofen ist mittlerweile, soweit ich weis, erneuert worden.

Wenn Sie wollen dass der Ofen heizt muss er unten ein Luftgitter bekommen damit Luft eintreten kann und oben ebenfalls, damit die erwärmte Luft austreten kann.
Dann wird er funktionieren, bleibt aber logischerweise ein Warmluftofen. Einen solchen hatten Sie ja, nach Ihrer Aussage, nicht bestellt.

Für einen Ofen der Art hätten Sie auch keinen Ofenbauer gebraucht. Sowas kann jeder Heimwerker selbst bauen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
20.11.08, 11:49:15

niemer.de

(Senior Member)

:confused:
Hallo Andreas,
durch welche Revisionsöffnungen werden denn die Rohre gereinigt und vor allem der Nachheizkasten, der min. 1x im Jahr von unten geöffnet werden muß um die Flugasche zu entfernen?
Oder habe ich auf dem Foto was übersehen?
22.11.08, 19:22:51

AndreasF

(Junior Member)

Guten Morgen,

wir haben schon eine Revisionsöffnung. Sie ist im Flur neben an.
24.11.08, 08:58:38

niemer.de

(Senior Member)

Hallo Andreas,

wie Herr Kern schon schrieb ist die Anlage wohl fehlerhaft gebaut.
Ich habe einen, vom Aufbau ähnlichen Warmluftkachelofen, ca. 100 Jahre alt.
Dieser Kachelofen hat inges. 3 Zuluftklappen (in Fußbodennähe) und 3 Warmluftklappen im oberen Bereich.
Zusätzlich noch einen Warmluftschacht in die 1. Etage.
Das ist der Sinn einer solchen Anlage, das die kalte Luft am Ofen und Nachheizkasten vorbeistreicht, sich erwärmt und oben wieder austritt.
Ein Teil wird noch vom Kachelteil gespeichert.
Wenn Du jetzt die Revisionöffnung aufmachst, und noch irgendwo unten eine Öffnung schaffst, kommt bei Betrieb dermaßen heiße Luft aus der Revisionöffnung, das Du vermutlich Deine Hand nicht davorhalten kannst.
Das ist dann die Hitze von dem glühenden Abgasrohr.
Hol Dir noch mal einen Fachmann zum Ofen!
Halte uns mal auf dem laufenden,
24.11.08, 18:05:40
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